Unser diesjähriger Teamausflug war besonders: Mitsamt unseren Nächsten durften wir zwei Tage auf dem Bollenberg im Elsass verbringen. Der Bollenberg ist der grösste von fünf Kalkhügeln im Bezirk Rouffach und steht seit 1965 wegen seiner Flora und Fauna unter Schutz. Im Regenschatten der Vogesen fallen hier nur rund 400 - 500 mm Niederschlag pro Jahr - Bedingungen, die einen der wenigen echten Trockenrasen (Xerobrometum) Mitteleuropas hervorgebracht haben, mosaikartig verzahnt mit Halbtrockenrasen, Gebüschen und Rebbergen.

Foto Sg1
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Nach der Ankunft am Freitagnachmittag erhielten wir bei einer Führung Einblick in den Weinkeller der Domaine du Bollenberg, wo ausgezeichnete Elsässer AOP-Weine wie Riesling und Gewürztraminer aus Handlese produziert werden. Die ältesten Fässer stammen aus dem Jahr 1889. Nach einem gemütlichen Abendessen im Hotel du Bollenberg wurde es dann nochmals spannend. Drei Teammitglieder weihten uns in ihr Hobby ein - den Lichtfang. Bevor es eindunkelte, spannten sie ein Netz über eine Leuchtstoffröhre und stellten diesen Turm an den Wegrand, um Nachtfalter anzulocken. Und tatsächlich: kaum wurde es dunkel, trudelten die ersten Gäste ein und liessen sich aus nächster Nähe bestaunen und bestimmen. Wie viele verschiedene Arten da im Dunkeln unterwegs sind, hat Gross und Klein gleichermassen ins Staunen versetzt.

Den nächsten Tag verbrachten wir nach einem Frühstück mit einer Wanderung entlang der Halbtrocken- und Trockenwiesen des Bollenbergs. Trotz der extremen Trockenheit 2026 zeigten sich zahlreiche blühende Pflanzenarten, darunter Raritäten wie das Niederliegende Nadelröschen (Fumana procumbens), die Rispen-Flockenblume (Centaurea stoebe), der Elsässer Haarstrang (Peucedanum alsaticum), der Ährige Blauweiderich (Pseudolysimachion spicatum) und das Aufrechte Filzkraut (Micropus erectus). Natürlich kamen auch die faunistischen Beobachtungen nicht zu kurz: Neben der Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), der Aspisviper (Vipera aspis) sowie verschiedenen Heuschrecken- und Tagfalterarten gehörte die Westliche Sattelschrecke (Ephippiger diurnus) zu den Höhepunkten.

Den Schlusspunkt setzte ein gemeinsames Beisammensein auf der Domaine du Bollenberg mit Elsässer Flammkuchen und vielen spannenden Gesprächen über Generationen hinweg. Ein Ausflug, der uns noch lange in bester Erinnerung bleiben wird.

Foto He5